Neues Programm Horizon 2020 führt Innovation, Forschung und Wirtschaft näher zusammen

30.11.2011

Die Europäische Kommission hat Ende November 2011 ein Paket von Maßnahmen zur Förderung von Forschung, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit in Europa vorgelegt. Die entsprechenden Förderprogramme laufen von 2014 bis 2020.

Mit „Horizon 2020“ werden erstmals EU-Forschung und Innovation in einem einzigen Programm zusammengefasst. Mehr denn je ist das Programm darauf ausgerichtet, wissenschaftliche Durchbrüche in innovative Produkte und Dienstleistungen zu verwandeln, die Geschäftsmöglichkeiten bieten und das Leben der Menschen verbessern. Gleichzeitig wird mit vereinfachten Regeln und Verfahren der Verwaltungsaufwand reduziert, um noch mehr Spitzenforschern und einer größeren Bandbreite innovativer Unternehmen Anreize zu bieten.

Hintergrund

Horizon 2020 ist ein wichtiger Pfeiler der Innovationsunion, einer Leitinitiative der Strategie Europa 2020, mit der Europas weltweite Wettbewerbsfähigkeit gestärkt werden soll. Die Europäische Union ist in vielen Technologien weltweit führend, sieht sich jedoch der wachsenden Konkurrenz sowohl durch die traditionellen Wirtschaftsmächte als auch durch die Schwellenländer ausgesetzt. Der Kommissions-
vorschlag wird jetzt im Rat und im Europäischen Parlament erörtert und soll vor Ende 2013 verabschiedet werden.

Mit Hilfe eines vereinfachten Programmaufbaus, einheitlicher Regeln und geringerem Verwaltungsaufwand wird die Zugänglichkeit der Fördermittel von Horizon 2020 erleichtert. Kennzeichnend für Horizon 2020 sind: 

  • eine deutlich vereinfachte Erstattung durch Einführung eines einheitlichen Pauschalsatzes für die indirekten Kosten und Beschränkung auf nur zwei Fördersätze – für Forschungs- bzw. für marktnahe Tätigkeiten;
  • eine einzige Anlaufstelle für Teilnehmer;
  • weniger Aufwand bei der Ausarbeitung der Vorschläge;
  • keine unnötigen Kontrollen und Audits.

Ein wichtiges Ziel ist die Verkürzung der Zeitspanne vom Tag der Antragstellung bis zum Eingang der Fördermittel um durchschnittlich 100 Tage, so dass Projekte schneller beginnen können.  

Die Kommission wird große Anstrengungen unternehmen, um das Programm für noch mehr Teilnehmer europaweit zu öffnen und hierzu Synergien mit Fördermitteln aus den Fonds der EU-Kohäsionspolitik sondieren. Mit Hilfe von Horizon 2020 werden potenzielle Exzellenzzentren in weniger leistungsstarken Regionen ermittelt und diesen dann Beratung und Unterstützung angeboten, während die EU-Strukturfonds für die Modernisierung von Infrastruktur und Ausrüstung eingesetzt werden können.

Horizon 2020 investiert nahezu 6 Mrd. EUR in den Ausbau der europäischen industriellen Kapazitäten bei den Schlüsseltechnologien. Hierunter fallen: Photonik sowie Mikro- und Nanoelektronik, Nanotechnologien, fortgeschrittene Werkstoffe sowie fortgeschrittene Fertigung und Verarbeitung und die Biotechnologie. Die Entwicklung dieser Technologien erfordert einen multidisziplinären, wissens- und kapitalintensiven Ansatz.

Horizon 2020 wird durch weitere Maßnahmen zur Vollendung des Europäischen Forschungsraums bis 2014 – einem echten Binnenmarkt für Wissen, Forschung und Innovation – ergänzt.